ref. Kirche Bad Zurzach

Die F. J. R. Bossart-Orgel in der ref. Kirche Bad Zurzach

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Die Orgel in der ref. Kirche Zurzach ist ein erstrangiges Denkmal-Instrument, in welchem noch eine grosse Zahl historischer Pfeifen und weiterer Anlageteile des Erbauers Franz Josef Remigius Bossart (auch Bossard, Bossardt) aus dem Jahre 1820 zu finden sind. Die Orgel wurde für die Stiftskirche Zurzach erbaut und 1884 Fr. Goll umgebaut und in die ref. Kirche versetzt (Bild 1).

Um genauer abzuklären, was an historischer Substanz noch vorhanden ist, waren Archiv-Forschungen und eine genaue Bestandesaufnahme nötig. Letztere wurden im Juli 2015 von Andreas Zwingli, Anton Meier und Theo Ettlin gemacht. Die Orgel ist mittelgradig verschmutzt. Die Trakturen sind teilweise verreguliert. Viele Pulpeten sind nicht mehr dicht. Die Windversorgung im Rückpositiv ist desolat. Das RP kann deshalb nicht mehr richtig gestimmt werden. Die damalige „Restaurierung anno 1968 war keine Restauration im heutigen denkmalpflegerischen Sinn. Indes kann der Firma, die damals die Arbeiten ausführte, wenig Vorwurf gemacht werden. Es galt allgemein das Prinzip „“neu ist besser““. Eine historisch getreue Wiederherstellung der Orgel wäre deshalb unbedingt zu empfehlen, man darf auch sagen: ist geboten! Dies wäre nicht nur für die Zurzacher Kirche ein grosser Gewinn, sondern auch für die Schweizer Orgellandschaft ein unschätzbares Zeugnis, da keine Orgel von FJRB auch nur in mehr oder weniger ursrpünglichem Zustand erhalten blieb (am ehesten noch diejenige in der Schlosskirche Spiez, s. dort) und auch noch nirgends der Versuch einer Rekonstruktion unternommen wurde. Dies wäre also notwendige Pionierarbeit.

Das Hauptgehäuse der Orgel ist weitgehend erhalten. Die Rückwand und das gesamte RP-Gehäuse wurden 1968 neu gemacht (letzteres leider mit Tischlerplatten).

Erhaltene Pfeifen: Im HW 221, im RP 66, im Ped 30, Summa 317.(Bild 2)

Obwohl der damalige Sachverständige, Jakob Kobelt, dies empfahl, wurden die alten Windladen nicht wieder verwendet, sondern schlicht entsorgt, ebenso weiteres wertvolles Material (wie z.B. die Registerstaffeleien).

Ein früheres Gutachten (2012) des Unterzeichnenden stellte die Machbarkeit einer historisch angenäherten Rekonstruktion der Windanlage fest.

Im Jahr 2017 ist eine Generalrevision vorgesehen. Die Rekonstruktion der historischen Windanlage ist z. Zt. in Diskussion. (Bild 3)