Bubendorf ref. Kirche

bubendorf

Aus meinem Gutachten:

Die 1974 von Ulrich Wetter, Muttenz, erbaute Orgel zeigt einen barocken Aufbau mit Hauptwerk, Positiv und Pedal. Diese Periode, heute als „Neobarock“ bezeichnet, wollte die Barockorgel nach einer Zeit des Orgelniedergangs von etwa 1930 – 1960 wieder aufleben lassen. Die Kenntnis der Barockorgeln war hierzulande allerdings noch sehr dürftig. Es gab noch keine wegweisenden Restaurationen von barocken Instrumenten. So wurden in den Orgeln Elemente verbaut, die in barocken Instrumenten nichts zu suchen haben. Die Intonation (Klanggebung) der Pfeifen war spuckend, aggressiv, scharf. Dies war die Antwort auf die lahme, charakterlose Intonation der Vor- und Nachkriegsorgeln. Mit „barock“ hat dieser Klang allerdings gar nichts gemein.

Bei vielen dieser Orgeln sind die Klagen die gleichen: Zu laut, zu scharf, zu aggressiv, aufdringlich. So wurden manche dieser neobarocken Instrumente umgebaut, klanglich verbessert oder manchmal auch verschlechtert, abgebrochen, verkauft….

Auch aus dieser Periode gibt es (wenige) gute Instrumente.

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Disposition

Hauptwerk Positiv Pedal
Principal 8’ Gedackt 8’ Subbass 16’
Rohrflöte 8’ Prinzipal 4’ Oktavbass 8’
Oktave 4’ Rohrflöte 4’ Gemshorn 8’
Spitzflöte 4’ Quinte 2 2/3’ Quinte 5 1/3’
Quinte 2 2/3’ Waldflöte 2’ Choralbass 4’
Superoktave 2’ Quinte 1 1/3’ Mixtur
Terz 1 3/5’ Zimbel II Fagott 16’
Mixtur IV Vox Humana 8’
Trompete 8’

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Damit das usprünglich angestrebte barocke Klangbild entstehen kann, ist eine richtig bemessene Windanlage von absoluter Notwendigkeit.

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Der Orgel kann für eine wesentliche Klangverbesserung eine gute Prognose gestellt werden.

Dazu sind notwendig:

1. Eine neue Windanlage

2. Das Ersetzen einiger Register

3. Die Neu-Intonation aller übrigen Register

Nachtrag:

Im Jahre 2014 wurde die Sanierung und Klangverbesserung der Orgel durch die Kirchenpflege abgelehnt.